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Image by Lalit Kumar

Planung im Bestand

Jahr: 2025 - Ort: Trostberg

Bestehende Anlagen. Begrenzter Raum.
Keine zweite Chance für Fehler.

Diese Episode zeigt, wie neue Systeme in laufende Industrieprozesse integriert werden. Mit präziser 3D-Planung, komplexer Rohrstatik und Lösungen, die im Bestand funktionieren müssen.

Zwei parallele Brownfield-Projekte in industrieller Umgebung: von der 880 Meter Trasse bis zur kompakten Wärmetauscherstation.

  • Am Standort von Alzchem sollten zwei Projekte parallel umgesetzt werden:

    • die Verbindung zweier Industrieöfen über eine neue Fernwärmetrasse

    • die Nutzung industrieller Abwärme zur Versorgung eines Freibads

    Beide Projekte finden nicht auf der grünen Wiese statt, sondern in einer bestehenden, laufenden Industrieanlage.

    Das bedeutet:

    • begrenzte Bauräume

    • vorhandene Infrastruktur

    • keine Unterbrechung des Betriebs

    • hohe Anforderungen an Sicherheit und Präzision

    Die Planung musste sich vollständig an den Bestand anpassen, nicht umgekehrt.

  • ecb  wurde mit der technischen Planung beider Projekte beauftragt.

    Leistungsumfang:

    • vollständige 3D-Planung auf Basis von Punktwolken

    • Rohrstatik und Dimensionierung

    • Entwicklung der Trassenführung

    • Erstellung von Isometrien und Montageplänen

    • Ableitung von Stücklisten und Kosten

    Ziel war es, eine Planung zu liefern, die:

    • im Bestand umsetzbar ist

    • technisch belastbar funktioniert

    • als direkte Grundlage für Fertigung und Montage dient

  • 3D-Planung & Modellierung
    Rohrstatik & Systemauslegung
    Montageplanung & Isometrien
    Material- und Kostenstruktur

    Enge Abstimmung mit:

    • Engineering-Abteilung Alzchem

    • Statik-Partnern

    • Betrieb & Wartung

  • Eine rund 880 Meter lange Rohrleitung verbindet zwei Öfen auf dem Werksgelände.

    Zentrale Herausforderung war die Anpassung an bestehende Infrastruktur.

    Ein entscheidender Schritt war die Umstellung der Dimensionierung von DN150 auf DN200.
    Diese Anpassung reduziert den Druckverlust und stellt sicher, dass der Betriebspunkt der vorhandenen Pumpe eingehalten wird.

    Die Trasse wurde vollständig in 3D modelliert – auf Basis von Punktwolken der bestehenden Anlage.
    Wichtige Elemente wie Stahlstützen und Wände wurden als Referenz nachgebaut, um Kollisionen zu vermeiden.

    Ein Schwerpunkt lag auf der Rohrstatik:

    • thermische Ausdehnung bei ca. 55 °C

    • Planung von Fixpunkten und geführten Halterungen

    • Integration von U-förmigen Dehnungsbögen

    Zusätzlich wurden automatische Entlüftungsventile an den höchsten Punkten vorgesehen.

  • Parallel wurde eine Wärmetauscherstation mit 1,4 MW Leistung geplant, die ein Freibad mit industrieller Abwärme versorgt.

    Die größte Herausforderung: extrem begrenzter Platz.

    Alle Komponenten mussten so angeordnet werden, dass:

    • Mindestabstände eingehalten werden

    • Wartung weiterhin möglich ist

    • Betriebssicherheit gewährleistet bleibt

    Ein zusätzlicher Faktor war die nachträgliche Anpassung an eine neue Rohrklasse des Kunden, wodurch die gesamte Planung überarbeitet werden musste.

    Die Umsetzung basiert auf detaillierten Isometrien, die exakt definieren:

    • Vorfertigung im Werk

    • Schweißnähte vor Ort

    • notwendige Anpassungsreserven

  • Im Ergebnis entstehen zwei hochdetaillierte Planungspakete, die als direkte Grundlage für die Umsetzung in einer komplexen Industrieumgebung dienen.

    Die Trassenverbindung zwischen den Öfen umfasst eine Länge von rund 880 Metern und wurde auf einen Durchmesser von DN200 ausgelegt, um hydraulische Anforderungen und bestehende Pumpensysteme optimal zu berücksichtigen. Die Planung berücksichtigt thermische Ausdehnung bei Betriebstemperaturen von etwa 55 °C und integriert gezielt Dehnungsbögen sowie ein abgestimmtes Halterungskonzept.

    Die Wärmetauscherstation erreicht eine Leistung von 1,4 MW und ermöglicht die Nutzung industrieller Abwärme zur Versorgung eines Freibads. Trotz stark begrenzter Platzverhältnisse konnte eine kompakte und gleichzeitig wartungsfähige Anordnung aller Komponenten realisiert werden.

    Beide Projekte basieren auf vollständigen 3D-Modellen, detaillierten Isometrien sowie Stücklisten, die eine präzise Fertigung und Montage ermöglichen. Während sich die Trassenplanung noch in der finalen Planungsphase befindet, ist die Wärmetauscheranlage bereits im Aufbau und für die Inbetriebnahme vorgesehen.

  • Ein zentrales Detail aus dem Projekt:

    In der 3D-Planung arbeitet man nicht mit „Bauteilen“, sondern zunächst nur mit Millionen einzelner Messpunkte. Erst durch das manuelle Nachmodellieren von Wänden, Stützen und Leitungen entsteht ein belastbares System, mit dem tatsächlich geplant werden kann.

    Die eigentliche Planung beginnt also erst, nachdem man die Realität digital neu aufgebaut hat.

  • Die Projekte bei Alzchem zeigen, wie grundlegend sich Planung im Bestand von klassischen Neubauprojekten unterscheidet. Während im Greenfield-Ansatz Systeme frei entwickelt werden können, ist im Brownfield jeder Schritt eine Anpassung an vorhandene Strukturen.

    Präzise 3D-Modelle werden dabei zur zentralen Grundlage. Ohne ein belastbares digitales Abbild der bestehenden Anlage sind weder Kollisionsprüfung noch statische Bewertung möglich.

    Gleichzeitig wird deutlich, welche Bedeutung Details in der Umsetzung haben. Rohrdurchmesser, Halterungssysteme oder minimale Abstände entscheiden darüber, ob ein System langfristig stabil funktioniert oder nicht.

    Das Projekt macht damit einen zentralen Punkt sichtbar:
    Technische Exzellenz zeigt sich nicht in der Idee, sondern in der Fähigkeit, komplexe Systeme unter realen Bedingungen zuverlässig umzusetzen.

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